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Nun berät und lotst der andere

Nun berät und lotst der andere

Eckhardt Hamann aus Warchau hat im Qualitätsmanagement eine neue Existenz gefunden.

Anfangs hat sich Eckhardt Hamann vor der Selbstständigkeit gescheut, immerhin war er 30 Jahre angestellt und lange Betriebsleiter. Aber jetzt hat der Wahl-Warchauer Feuer gefangen. „Ich merke, dass ich viel mehr Gestaltungsräume habe." Aus einer beruflichen Notwendigkeit heraus, trat der 57-Jährige die Flucht nach vorn an. „Ich fühle mich leistungsfähig, habe noch viele Ideen und Träume, die ich verwirklichen will", sagt der promovierte Betriebswirtschaftler.

Hamann hat als Berater und Auditor für Qualitätsmanagement, Rationalisierung und Technologie eine neue Existenz gegründet. Als solcher berät er seit Mai dieses Jahres kleinere und mittlere Unternehmen. Nebenher ist er als Dozent bei der Handwerkskammer Potsdam und an der Technischen Fachhochschule Wildau tätig.

 

Er hat aber noch ein zweites Standbein - als Lotse für Existenzgründer. „Weil ich dieses Angebot selbst in Anspruch genommen habe, das mir den Neustart sehr erleichtert hat", sagt Hamann. „Außerdem sehe ich Bedarf." Er gehört inzwischen zum Beraterpool der Lotsendienste der Technologie- und Gründerzentren in Brandenburg und Bad Belzig. Dabei beschränkt sich der 57-Jährige auf das „produktionsnahe" Dienstleistungsgewerbe - vom Reinigungsservice über Handwerker bis hin zu Transportunternehmen. „Denn für Kosmetik- oder Fitnessstudio fehlen mir die Insiderkenntnisse." Als Berater und Lotse profitiert er von seiner langjährigen Berufserfahrung und den aufgebauten Netzwerken. Hamanns Existenzgründung ist im Rahmen des Regionalbudgets des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt worden. Über dieses Programm hat die Lokale Aktionsgruppe „Fläminghavel" seit 2007 kreisweit 43 Kleinprojekten unter die Arme gegriffen.

Der gebürtige Dresdner, der seit 1987 im Märkischen lebt, war zunächst Hauptbuchhalter im Weichenwerk Kirchmöser. Mit der Wende baute Hamann die Firma Wirthwein Brandenburg mit auf, die sich auf Kunststoffspritzgussteile spezialisiert hat, und war dort bis Ende 2007 Werkleiter. Weil er etwas Neues machen wollte, habe er das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. „Bei dem Versuch, in Brandenburg eine neue Fertigung zu etablieren, habe ich mich intensiver mit Qualitätsmanagement befasst und Freude daran gefunden", sagt Hamann. Die Zeit seiner Arbeitslosigkeit nutzte er, um sich auf seine Selbstständigkeit vorzubereiten. Die theoretische Ausbildung, die über die Arbeitsagentur finanziert wurde, absolvierte er bei der Complus-Akademie.
„Ich arbeite gern mit Menschen zusammen, bin offen für Neues, kann mich schnell in eine andere Situation hineinversetzen und nach Tiefschlägen wieder aufstehen", versucht Hamann sich selbst zu beschreiben. Er sei auf dem besten Wege von seiner frischen Existenz leben zu können. Derzeit berät er drei mittelständische Betriebe. „Ich führe Qualitätssysteme ein und halte sie am Leben", erklärt der Berater. „Denn heute läuft nichts mehr ohne garantierte Qualität. Nur wer nicht nur den Stempel will, sondern das Qualitätssystem lebt, kann Kosten einsparen."
Als Lotse hat Hamann bisher fünf Existenzgründer ins richtige Fahrwasser begleitet, was von der Erarbeitung eines Businesskonzeptes bis zur persönlichen Lebens- und Finanzplanung reicht. Dabei lässt er sich von deren Energie selbst beflügeln. Auch ihnen rät er immer zu einem zweites Standbein oder zumindest zu einer Notfallstrategie. „Denn es kann immer irgendwas schief gehen."

Werden Sie Qualitätsbeauftragter!

Systematisch Qualität zu produzieren, hat sich längst zu einem Kriterium entwickelt, nach welchem Zulieferer und Dienstleister zielgerichtet von ihren Kunden ausgewählt werden. Auch vor dem Handwerk hat diese Entwicklung nicht halt gemacht. Die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und das CE-Zeichen setzen ein funktionierendes Qualitätssicherungssystem voraus. Durch die Einführung des standardisierten QMS (z.B. ISO 9001) im Unternehmen wird in der Wettbewerbssituation die Qualitäts- und Leistungsfähigkeit der konkurrierenden Unternehmen vergleichbar. Das heißt, viele Kunden fordern vor Auftragsvergabe den Nachweis der Zertifizierung bzw. zumindest ein vorhandenes Qualitätssicherungssystem. Damit wird erwartet, dass an die Frage der Qualität über reine Kontrolltätigkeiten hinaus organisiert, wiederkehrend herangegangen wird.
Dies sind gute Gründe, sich als Unternehmer selbst oder einen Mitarbeiter über das fachliche Wissen hinaus als Qualitätsbeauftragten zu qualifizieren. Die Handwerkskammer Potsdam hat deshalb einen speziell auf diese Belange ausgerichteten 80-Stunden Lehrgang neu in ihr Programm aufgenommen. Nach erfolgreicher Beendigung dieses Lehrganges und Erfüllung der Prüfungsvoraussetzungen sind Sie berechtigt, eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung zu erlangen.
Wer sind die Adressaten unseres Lehrganges ?
Zum einen sind es die Unternehmen selbst. Sie brauchen die Kompetenz, selbst ein Qualitätssicherungssystem aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Dafür sollten Sie sich qualitätsbezogenes Wissen aneignen, oder einen Mitarbeiter als Qualitätsbeauftragten befähigen. Sie werden feststellen, dass ein gelebtes Qualitätssicherungssystem zu Kosteneinsparungen führt.
Wir sprechen mit dieser Weiterbildung auch direkt diejenigen Personen an, die sich auf dem Gebiet der Qualität spezialisieren wollen, um dadurch eine höhere Wertschätzung ihrer Tätigkeit im Unternehmen zu erfahren und ihren Arbeitsplatz zu sichern. Mit der Qualifizierung zu QB schaffen Sie sich zusätzlich zu Ihrer fachlichen Ausbildung hervorragende Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt.
Die Ziele der Ausbildung im Einzelnen
Sie werden in der Lage sein, ein QM-System in Ihrem Unternehmen selbst aufzubauen und aufrecht zu erhalten.
Wir werden befähigt, eine Auditierung und die Vorbereitung zur Zertifizierung Ihres Unternehmens eigenständig vorzunehmen. Sie sind fit für regelmäßige Überprüfungen der Zertifizierungsstellen.
Wir zeigen Ihnen Mittel und Wege auf, wie Sie mit Ihren Mitarbeitern Kosten sparen und sich auf neue Kundenkreise vorbereiten.
Mit dem Lehrgang haben wir vor,
Wissen möglichst praxisnah zu vermitteln. Dementsprechend gliedern wir den Lehrgang in 2 Einheiten:
In einer 1. Lehreinheit werden wir Ihnen die Grundlagen eines QMS bis hin zum Total Quality Management vermittelt.
In einer 2. Lehreinheit gehen wir mit vielen Fallbeispielen auf Ihre spezielle betriebliche Situation ein. Dazu werden wir mit den Teilnehmern abgestimmt konkrete sie betreffende Situationen anwenden. Sie erlernen Moderationstechniken, Analysemethoden und vieles Qualitätstechniken mehr. Wir zeigen Ihnen, wie Sie bei der Erarbeitung von Verfahrensanweisungen, Arbeitsanweisungen und Formblättern vorgehen. Dies befähigt Sie, Ihre Aufgabe als künftiger QB mit Leben zu erfüllen.
Natürlich werden auch tangierende Fragen, wie Produkthaftung, Produktionssicherheit und die CE-Kennzeichnung Inhalt des Lehrganges sein.
Voraussetzung für die Teilnahme am Lehrgang sind berufsspezifischen Kenntnisse und Erfahrungen. Über den Erfolg entscheidet Ihr Wille, Qualität zu Produzieren und eingefahrene Wege zu verlassen.
Ich habe selbst ein Qualitätsmanagement in einem Unternehmen aufgebaut und langjährig aufrechterhalten. Mittlerweile habe ich weitere Unternehmen zur Zertifizierung begleitet und auditiert. Die dabei gesammelten Erfahrungen gebe ich gern an Sie weiter.

 

Sind Sie fit für das CE-Zeichen?

Die wachsende Internationalisierung geht auch am Handwerk nicht vorbei. Dies ist untrennbar mit der Verteidigung des guten Namens deutscher Qualitätsarbeit verbunden. Deshalb bieten wir Ihnen einen 5-Tage-Lehrgang an, der die Grundlagen für den Erwerb des CE-Zeichens anwendungsbereit erläutert und einen Schwerpunkt auf die werkseigene Produktionskontrolle legt.

Gerade für einen kleinen Handwerksbetrieb ist es recht kompliziert, sich durch die teilweise umfänglichen Richtlinien durchzufinden. Eine weitere Hürde ist, herauszufinden, welche konkreten Vorschriften für sein Produkt speziell zutreffen. Wir erläutern die betreffenden Regelungen der Europäischen Gemeinschaft und wann diese auf Bundesebene bzw. im Landesrecht umgesetzt werden. Wir vermitteln das allgemeine Verständnis für das CE-Zeichen und die Fähigkeit zur Umsetzung im Unternehmen. Nach dem Lehrgang sollen Sie wissen, was Sie wann zu dokumentieren haben, wer einzuschalten ist und was Sie zu beachten haben.
Das CE-Zeichen ist eigentlich „nur" ein Ausdruck der Konformität (Übereinstimmung) eines Produktes mit den geltenden europäischen Richtlinien. Seine Bedeutung besteht aber gerade darin, dass für diese Kennzeichnung bestimmte Voraussetzungen durch den Hersteller garantiert werden? Durch das CE-Kennzeichen wird das Produkt zum freien Warenverkehr in der Europäischen Gemeinschaft zugelassen. Es ist quasi der technische „Reisepass" in der Gemeinschaft. Dabei wird die Bedeutung dieser Kennzeichnung auch für den Binnenmarkt immer deutlicher? Bei Streitfällen sind Sie auf der sicheren Seite: Ohne CE-Zeichen steht der Hersteller nach dem Inverkehrbringen in der Nachweispflicht der Konformität. Mit CE-Zeichen muss ihm gegenüber die eventuelle Abweichung bewiesen werden.

Eine Voraussetzung für das CE-Zeichen ist die Risikoanalyse. Im Lehrgang machen wir Sie fit, die dafür erforderlichen Maßnahmen selbst durchzuführen. Wir helfen Ihnen, die interne Dokumentation für die Risikobeschreibung, Klassifizierung und Bewertung sowie das erforderliche Sicherheitskonzept für Ihr Produkt zu erstellen. Diese Unterlagen sind gewöhnlich nicht für den Kunden bestimmt. Sie müssen für die Marktaufsicht (in der Regel das Amt für Arbeitsschutz) für einen Zeitraum von 10 Jahren ab Abverkauf des letzten Produktes bereitgehalten werden.
Eine weitere Bedingung für den Erhalt des CE-Zeichens ist das Vorhandensein eines Qualitätssicherungssystems. Für die theoretischen Ausführungen zum CE-Zeichen und der Qualitätssicherung sind 3 Tage vorgesehen. Anschließend wollen wir gemeinsam mit Ihnen direkt vor Ort eine werkseigene Produktionskontrolle installieren. Somit befähigen wir Sie, mit System Qualität zu produzieren. Dies wird in aller Regel 2 Tage in Anspruch nehmen. Es steht Ihnen offen, ob Sie auf dieser Grundlage eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 anstreben oder nicht.
Gut beraten sind die Unternehmen, die auf Innovation setzen und sich durch neue Produkte am Markt profilieren. Wir wollen Sie darauf orientieren, die Voraussetzungen für den Erwerb des CE-Zeichens bereits bei der Entwicklung zu berücksichtigen. So sparen Sie Kosten, indem Sie Doppelarbeit vermeiden.

 

Die Krise als Chance zur Stärkung des Unternehmens betrachten

Bei einer Managerschulung wurde ich mit folgender Meinung konfrontiert: "Was wollen Sie mit Maßnahmen zur Stärkung des Unternehmens? Uns interessiert brennender, dass wir Aufträge bekommen. Dann kommen wir schon durch die Krise. Für Maßnahmen zur Stärkung des Unternehmens haben wir im Moment weder Zeit noch Geld!" 

Sicher, ohne Aufträge kann kein Unternehmen existieren. Fakt ist aber auch, dass die Zeit nach der Krise kein Zuckerschlecken wird. Im Gegenteil, sie wird immer härter werden. Ohne rationelle Prozesse im Unternehmen wird es keine wirtschaftliche Auftragsbearbeitung, keine Nachfolgeaufträge und damit keine langfristige Existenzsicherung geben. Wer heute im Rahmen der Auftragsflaute die so entstandene Zeitreserve nutzt, wird dann, wenn die Aufträge wieder kommen, nicht in der allseits bekannten operativen Hektik versinken, sondern Zeit haben für wesentliche Entscheidungen durch rationellere bzw. wirtschaftlichere Prozesse und Abläufe. Der Unternehmer, der nach der Krise mit Veränderungen seiner Organisation anfängt, kommt zu spät!

So sprach mich zum Beispiel der Geschäftsführer eines mittelständischen Bauunternehmens an: „Herr Dr. Hamann, wir brauchen Sie umgehend, um einige betriebliche Vorgänge und Projekte auf mögliche Leistungsreserven zu überprüfen." Bei einer ansonsten recht guten Ertragslage und einer bislang funktionierenden Organisation konnte das Unternehmen sich nicht erklären, warum zwei größere Bauvorhaben mit erheblichen Verlusten abgerechnet wurden. Hier half der Blick von außen. Es gelang, die Kostentreiber zu finden. Der Geschäftsführer wusste, bei künftigen Projekten sind die bisher aufgetretenen Fehlerquellen ausgeschlossen. Es wird wirtschaftlicher gearbeitet.
Ein anderer Unternehmer berichtete mir begeistert: „Seit Einführung des Qualitätsmanagement-systems (QMS) haben wir gegenüber unseren Kunden wesentlich rationellere Prozesse und mehr Sicherheit. Unser Ausschuss konnte um 20 % reduziert werden. Gleichzeitig haben wir die Erarbeitung eines Qualitätsmanagementhandbuches als Betriebsanalyse genutzt und dadurch viele weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufdecken und umsetzen können." Und: Durch die Einführung des standardisierten QMS (z.B. ISO 9001) im Unternehmen wird in der Wettbewerbssituation die Qualitäts- und Leistungsfähigkeit der konkurrierenden Unternehmen vergleichbar. Das heißt, viele Kunden fordern vor Auftragsvergabe den Nachweis der Zertifizierung!

Ein weiteres Feld zur Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe bietet sich bei der Analyse und Einführung geeigneter Software beispielsweise für Betriebs- & Maschinendatenerfassung, mobile Datenerfassung in Logistik und Produktion, Produktdaten- & Dokumentenmanagement, CNC-Datenübertragung/-Datensicherung, Werkzeugverwaltung, Personalzeiterfassung u.v.m. an.
Meine Erfahrungen zeigen, dass es schwer ist, neue organisatorische und strukturelle Veränderungen ohne Hilfe von außen durchzusetzen. Der „gemeinsame Blick von innen und außen" hat schon oft die Tür für neue Erkenntnisse geöffnet. Gerade im Land Brandenburg ergeben sich dabei aktuell viele Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für Veränderungsmaßnahmen beispielsweise mit Hilfe des RKW oder der LASA.
Nichts ist so sicher wie die Veränderung. Ihr Unternehmen vermag nicht, sich kontinuierlich zu verbessern wenn Sie, während Sie auf Aufträge warten, auf der Stelle treten. Nutzen Sie jetzt die Chance für Ihr Unternehmen, um gestärkt aus der Krise zu kommen.

Dr. Eckhardt Hamann
Praxis für Prozessmanagement
- Erfahrung zahlt sich aus -